MAZAR Restaurant

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Worringer Str. 88
40211 Düsseldorf

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Man braucht kein Messer, um satt zu werden.

Zu Gast bei Mazar

Der Name ist Programm. Mazar ist eine Stadt in Afghanistan – und hier am Worringer Platz steht er für ein Ankommen, das leise beginnt und lange nachwirkt. Omid Waziri kam 2016 als Kriegsflüchtling nach Deutschland. Was er mitbrachte, war mehr als Rezepte: Es war die Erinnerung an gemeinsames Essen, an Zeit, an Wärme.

Bevor es ein Restaurant gab, waren da Kochvideos auf TikTok. Brüder, die kochten, erklärten, teilten. Aus digitalen Bildern wurde ein realer Ort. Heute sitzt man bei Mazar an Tischen, an denen nicht inszeniert wird, sondern geteilt. Auch das Besteck erzählt davon: Messer stehen nicht neben dem Teller. Man braucht sie nicht. Die Gerichte sind so gedacht, dass man sie bricht, aufnimmt, teilt – Essen als soziale Geste.

Wir probieren klassische Speisen der afghanischen Küche: Manto (Nr. 9), schonend gedämpfte Teigtaschen mit gewürztem Rinderhackfleisch, serviert mit Joghurt-Knoblauch-Sauce und Linsensoße. Ashak (Nr. 10), gefüllt mit Lauch, vegetarisch, ebenso fein ausbalanciert. Zereshk Polo ba Morgh (Nr. 16), Safranreis mit Berberitzen und zart geschmortem Hähnchen. Und Jujeh Sultani (Nr. 23), saftig gegrilltes Hähnchenfilet, serviert mit Safranreis und Salat. Zum Abschluss kommt ein traditioneller afghanischer Pudding – mit Kardamom und Pistazien – als Geschenk des Hauses.

Zwischen den Gängen entsteht Nähe. Nicht, weil es geplant wäre, sondern weil Zeit da ist. Der Gastgeber setzt sich zu uns. Erzählt von seinem Weg, von Hürden und Entscheidungen. Davon, wie er sich auf eigenen Wunsch in Restaurants rund um den Worringer Platz weitergebildet hat. Man hört zu – und staunt. Über die Ruhe, den Stolz und die Dankbarkeit eines 22-Jährigen, der hier nicht nur kocht, sondern etwas aufbaut.

Zu Gast bei … ist unser Blick auf die Gastronomie im Quartier: Begegnungen auf Augenhöhe, neugierig, respektvoll, ohne Bewertung. Mazar passt genau in dieses Format. Nicht, weil es spektakulär sein will, sondern weil es echt ist.

Und vielleicht ist das die besondere Qualität dieses Ortes:
Man geht satt – und nimmt eine Geschichte mit nach Hause.

Guten Appetit. Und vielleicht bis bald am Tisch.

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